|
|
Am
Beginn der 30-ger Jahre erinnerte der Schulleiter bereits an die
notwendige Schulerweiterung. Eine Schulturnhalle und zwei neue
Klassenzimmer sollten die Unterrichtsbedingungen verbessern und
gleichzeitig die Kapazität der Schule erhöhen. Zu einer
Schulerweiterung kam es nicht, wohl auch wegen der Realisierung der
politischen Zielsetzungen der Nationalsozialisten, für die fast alle
Mittel eingesetzt wurden.
Mit der Niederlage des deutschen Faschismus im 2. Weltkrieg war auch das
vorübergehende Ende jeglicher Schulbildung verbunden.
Durch die Aktivitäten der SMAD (Anm. d. Red.: „Sowjetische Militäradministration“)
in der sowjetischen Besatzungszone begann allmählich auch der Aufbau
neuer Schulstrukturen und die Schaffung neuer Bildungsinhalte. Im
September 1945 begann der Unterricht in der Schule, zuerst in 7 Klassen.
Nach der Gründung der DDR am 7.10.1949 wurden verstärkt die
politischen Zielsetzungen der SED auch in der Bildungspolitik umgesetzt.
So wurde am 1.9.1959 aus der Zentralschule die Zehnklassige
Polytechnische Oberschule Stadt Wehlen. Erst im Schuljahr 1967/68 wurde
die erste 9. Klasse gebildet und ein Jahr darauf gab es die erste 10.
Klasse an der Schule.
Bereits seit dem Beginn der 50-iger Jahre stand wegen der steigenden Schülerzahlen
die Forderung nach einer Erweiterung
der Schule. Mehrmals wurde dies geplant, aber kurz vor Beginn der
Arbeiten immer wieder verschoben.
!968 war es dann endlich soweit. Nach der umfangreichen Rekonstruktion
des Altbaus 1966/67 begannen 1968 die Arbeiten am Schulanbau. Am
22.10.1968 war die Grundsteinlegung. Das neue Gebäude konnte am
30.8.1969 feierlich übergeben werden, trotz der erheblichen
Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Baumaterialien und anderer
Probleme.
Ab dem Schuljahr 1969/70 konnten Schüler aus Rathen ab der Klassenstufe
5 die Schule in Stadt Wehlen besuchen.
Am 17. Oktober 1970 bekam die Schule den Namen von Kurt Schlosser
feierlich verliehen. Sie nannte sich dann Polytechnische Oberschule Kurt
Schlosser Stadt Wehlen. Gebräuchlich war aber die Bezeichnung
Kurt-Schlosser-Oberschule Stadt Wehlen.
1976 wird die Schule in Rathen an die Wehlener Schule angeschlossen. Ab
dem Schuljahr 1980/81 können alle Schüler aus Rathen die Schule in
Stadt Wehlen besuchen.
Am 1.9.1982 wurden die Schulen in Dorf und Stadt Wehlen zusammengelegt.
Der Unterricht in den Klassen 1 bis 4 fand in Dorf Wehlen statt (Anm.
d. Red.: ...was die Rathener Eltern besonders ärgerte, weil ihre Kinder
jetzt extra noch den Berg hinauf in die Dorfschule mußten). Die
Klassen 5 bis 10 wurden in Stadt Wehlen unterrichtet.
Im Schuljahr 1983/84 wurde das Türmchen am Altbau wieder aufgebaut.
Mit der Wende in der DDR ab dem Jahre 1989 begann auch für die Schule
ein wechselvolle und schnelllebige Zeit. Viele Änderungen im
Schulablauf, aber auch in den schulischen Inhalten, wurden vorgenommen.
Dennoch konnten der alte Speiseraum und die Küche in den Jahren 1989/90
umgebaut werden. Am 2. Mai 1990 wurde das erste Mal in der neuen Schulküche
gekocht.
Am 3. Juli 1991 beschloss der Sächsische Landtag das neue Schulgesetz für
den Freistaat Sachsen. Das Schulwesen sollte ab dem Schuljahr 1992/93
neu gegliedert werden. Dies bedeutete auch für Wehlen, über die neuen
Schulstrukturen in der Stadt zu entscheiden.
So wurde am 22.1.1992 in einer Beratung entschieden, in Stadt Wehlen
eine Grundschule und eine Mittelschule einzurichten.
Am 31. Juli 1992 wurde die Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule
offiziell aufgelöst, auch in Stadt Wehlen. Seit dem 1.8.1992 nannte sie
sich Kurt-Schlosser-Mittelschule Stadt Wehlen.
In den ersten Schuljahren mußten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf
viel Neues einstellen. Im Laufe der Zeit begann sich die Schule zu
profilieren. Lernerfolge vieler Schüler und außerunterrichtliche
Aktivitäten belegen diesen Prozess.
Am 17. Juni 1994 erhielt die Schule im Rahmen der Festlichkeiten „725
Jahre Burg und Stadt Wehlen“ den Namen „Friedrich-Märkel-Mittelschule“
Stadt Wehlen verliehen.
Wegen der zurückgehenden Schülerzahlen mußte sich die Schule verstärkt
mit der Frage auseinandersetzen, wie soll es in den kommenden Jahren
weitergehen ? Die Diskussionen begannen im Frühjahr 1995. Für das
Schuljahr 1995/96 erhielt die Schule noch einmal eine
Ausnahmegenehmigung.
Im Dezember 1995 stand auf der Grundlage der ermittelten Schülerzahlen
fest, dass ein Weiterbetrieb ab dem Schuljahr 1996/97 nicht mehr möglich
sei. Daraufhin sprach sich im gleichen Monat die Schulkonferenz für die
Schließung der Schule aus. Im Januar 1996 bestätigte der Stadtrat in
einem Beschluß die Schließung des Standortes Mittelschule.
Es bleibt zu wünschen, daß die Grundschule in Stadt Wehlen weiter
Bestand hat. Vielleicht wird dann das Gebäude Lohmener Straße 3 weiter
als Schulgebäude genutzt und der 100. Geburtstag 1999 kann würdig
begangen werden.
Anm.
d. Red.: Es ist uns bis
heute (2006) gelungen, die Schule vor der drohenden Schließung immer
wieder zu bewahren und Eltern und Kinder auch aus den umliegenden
Gemeinden mit neuen Angeboten wie Waldschule / Waldklassenzimmer und
neuerdings auch Ganztagesangeboten zu interessieren und damit die
magische Zahl 14 als Mindestklassenstärke zu erreichen.
|
|