Quelle: Schularchiv

 

 

Am 30. März 1898 kaufte der Schulvorstand von Stadt Wehlen das Grundstück für den Schulneubau am jetzigen Standort Lohmener Str. 3 für 8000 Mark.
Nachdem die Amtshauptmannschaft Pirna am 29.7.1898 die Baugenehmigung für den Neubau der Schule erteilt hatte, begannen noch im gleichen Jahr die Bauarbeiten. Bereits am 13.April 1899 fand die Einweihung der neuen Schule mit einem Festakt auf dem Marktplatz statt. Am 15. Juni 1899 war die feierliche Schlüsselübergabe. Zunächst wurde in der einfachen Volksschule in vier Klassen unterrichtet.
 

 
 

Während des 1. Weltkrieges von 1914 bis 1918 fand der Unterricht unter schwierigen Bedingungen statt. So war es oftmals nicht einfach, die für die Heizung notwendigen Brennstoffe zu bekommen.
Mit den politischen Veränderungen in Deutschland nach 1918 änderten sich auch die Inhalte in der Schulbildung und Schulgesetzgebung. Im Jahre 1920 wurde die allgemeine Volksschule eingerichtet. Während der Weimarer Republik stiegen die Schülerzahlen weiter an. Die Bedingungen für die Essenversorgung der Schüler konnten verbessert werden. In den „Goldenen Zwanzigern“ wurde im Oktober 1927 die neue Schulküche übergeben.

 

 

Am Beginn der 30-ger Jahre erinnerte der Schulleiter bereits an die notwendige Schulerweiterung. Eine Schulturnhalle und zwei neue Klassenzimmer sollten die Unterrichtsbedingungen verbessern und gleichzeitig die Kapazität der Schule erhöhen. Zu einer Schulerweiterung kam es nicht, wohl auch wegen der Realisierung der politischen Zielsetzungen der Nationalsozialisten, für die fast alle Mittel eingesetzt wurden.
Mit der Niederlage des deutschen Faschismus im 2. Weltkrieg war auch das vorübergehende Ende jeglicher Schulbildung verbunden.
Durch die Aktivitäten der SMAD (Anm. d. Red.: „Sowjetische Militäradministration“) in der sowjetischen Besatzungszone begann allmählich auch der Aufbau neuer Schulstrukturen und die Schaffung neuer Bildungsinhalte. Im September 1945 begann der Unterricht in der Schule, zuerst in 7 Klassen.
Nach der Gründung der DDR am 7.10.1949 wurden verstärkt die politischen Zielsetzungen der SED auch in der Bildungspolitik umgesetzt. So wurde am 1.9.1959 aus der Zentralschule die Zehnklassige Polytechnische Oberschule Stadt Wehlen. Erst im Schuljahr 1967/68 wurde die erste 9. Klasse gebildet und ein Jahr darauf gab es die erste 10. Klasse an der Schule.
Bereits seit dem Beginn der 50-iger Jahre stand wegen der steigenden Schülerzahlen die Forderung nach einer Erweiterung  der Schule. Mehrmals wurde dies geplant, aber kurz vor Beginn der Arbeiten immer wieder verschoben.
!968 war es dann endlich soweit. Nach der umfangreichen Rekonstruktion des Altbaus 1966/67 begannen 1968 die Arbeiten am Schulanbau. Am 22.10.1968 war die Grundsteinlegung. Das neue Gebäude konnte am 30.8.1969 feierlich übergeben werden, trotz der erheblichen Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Baumaterialien und anderer Probleme.
Ab dem Schuljahr 1969/70 konnten Schüler aus Rathen ab der Klassenstufe 5 die Schule in Stadt Wehlen besuchen.
Am 17. Oktober 1970 bekam die Schule den Namen von Kurt Schlosser feierlich verliehen. Sie nannte sich dann Polytechnische Oberschule Kurt Schlosser Stadt Wehlen. Gebräuchlich war aber die Bezeichnung Kurt-Schlosser-Oberschule Stadt Wehlen.
1976 wird die Schule in Rathen an die Wehlener Schule angeschlossen. Ab dem Schuljahr 1980/81 können alle Schüler aus Rathen die Schule in Stadt Wehlen besuchen.
Am 1.9.1982 wurden die Schulen in Dorf und Stadt Wehlen zusammengelegt. Der Unterricht in den Klassen 1 bis 4 fand in Dorf Wehlen statt (Anm. d. Red.: ...was die Rathener Eltern besonders ärgerte, weil ihre Kinder jetzt extra noch den Berg hinauf in die Dorfschule mußten). Die Klassen 5 bis 10 wurden in Stadt Wehlen unterrichtet.
Im Schuljahr 1983/84 wurde das Türmchen am Altbau wieder aufgebaut.
Mit der Wende in der DDR ab dem Jahre 1989 begann auch für die Schule ein wechselvolle und schnelllebige Zeit. Viele Änderungen im Schulablauf, aber auch in den schulischen Inhalten, wurden vorgenommen. Dennoch konnten der alte Speiseraum und die Küche in den Jahren 1989/90 umgebaut werden. Am 2. Mai 1990 wurde das erste Mal in der neuen Schulküche gekocht.
Am 3. Juli 1991 beschloss der Sächsische Landtag das neue Schulgesetz für den Freistaat Sachsen. Das Schulwesen sollte ab dem Schuljahr 1992/93 neu gegliedert werden. Dies bedeutete auch für Wehlen, über die neuen Schulstrukturen in der Stadt zu entscheiden.
So wurde am 22.1.1992 in einer Beratung entschieden, in Stadt Wehlen eine Grundschule und eine Mittelschule einzurichten.
Am 31. Juli 1992 wurde die Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule offiziell aufgelöst, auch in Stadt Wehlen. Seit dem 1.8.1992 nannte sie sich Kurt-Schlosser-Mittelschule Stadt Wehlen.
In den ersten Schuljahren mußten sich Schüler, Eltern und Lehrer auf viel Neues einstellen. Im Laufe der Zeit begann sich die Schule zu profilieren. Lernerfolge vieler Schüler und außerunterrichtliche Aktivitäten belegen diesen Prozess.
Am 17. Juni 1994 erhielt die Schule im Rahmen der Festlichkeiten „725 Jahre Burg und Stadt Wehlen“ den Namen „Friedrich-Märkel-Mittelschule“ Stadt Wehlen verliehen.
Wegen der zurückgehenden Schülerzahlen mußte sich die Schule verstärkt mit der Frage auseinandersetzen, wie soll es in den kommenden Jahren weitergehen ? Die Diskussionen begannen im Frühjahr 1995. Für das Schuljahr 1995/96 erhielt die Schule noch einmal eine Ausnahmegenehmigung.
Im Dezember 1995 stand auf der Grundlage der ermittelten Schülerzahlen fest, dass ein Weiterbetrieb ab dem Schuljahr 1996/97 nicht mehr möglich sei. Daraufhin sprach sich im gleichen Monat die Schulkonferenz für die Schließung der Schule aus. Im Januar 1996 bestätigte der Stadtrat in einem Beschluß die Schließung des Standortes Mittelschule.
Es bleibt zu wünschen, daß die Grundschule in Stadt Wehlen weiter Bestand hat. Vielleicht wird dann das Gebäude Lohmener Straße 3 weiter als Schulgebäude genutzt und der 100. Geburtstag 1999 kann würdig begangen werden.

Anm. d. Red.:  Es ist uns bis heute (2006) gelungen, die Schule vor der drohenden Schließung immer wieder zu bewahren und Eltern und Kinder auch aus den umliegenden Gemeinden mit neuen Angeboten wie Waldschule / Waldklassenzimmer und neuerdings auch Ganztagesangeboten zu interessieren und damit die magische Zahl 14 als Mindestklassenstärke zu erreichen.

 

Stand: 28.11.2006

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