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Wo vom Wehlener Grund
der Weg in den Teufelsgrund abzweigt, erinnert eine Tafel an einem Felsen
an den weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Naturforscher
Friedrich Märkel, der als bescheidener Kantor in der Stadt Wehlen
sein Brot verdiente. Die Gedenktafel wurde "dem gründlichen
Erforscher dieser Gegend" in seinem Todesjahr von der
naturwissenschaftlichen Gesellschaft "Isis", die seit 1833 in
Dresden wirkte, angebracht.
Die
Schulmeisterei hatte in der Märkel-Familie Tradition. Der Großvater
und der Vater waren Kirchschullehrer in Medingen bei Radeburg, wo
Friedrich am 27. November 1790 geboren wurde. Bereits 1793 zog die
Familie nach Dorf Wehlen. Hier verbrachte der naturverbundene Junge
seine Kinderjahre, die sein Verhältnis zur Landschaft der Sächsischen
Schweiz geprägt haben. Als 16-jähriger Junge bezog er damals das
einzige Lehrerseminar Sachsens in Dresden-Friedrichstadt, dessen erster
Direktor der Lohmener Pfarrer Nicolai war. Möglicherweise hatte der dem
Lehrer im benachbarten Dorf empfohlen, dem vielseitig begabten Jungen
ein solides pädagogisches Studium zu ermöglichen, damals durchaus
keine Selbstverständlichkeit für den Lehrerberuf. Den Absolventen des
Seminars verschlug es 1811 zunächst nach Tharandt, wo er am Langeschen
Erziehungsinstitut vor allem Musik unterrichtete. Die Grundlage dafür
war bereits in Wehlen gelegt worden. Kantor Krille aus Stadt Wehlen, ein
weithin anerkannter Kirchenmusiker, hatte mit ihm gearbeitet.
In
Tharandt hatte sich gerade die Forstakademie unter dem berühmten
Forstmann Cotta niedergelassen, und der Umgang mit Wissenschaftlern
dieser Einrichtung regte Märkel an, sich autodidaktisch mit der Botanik
zu beschäftigen.
1816 zog es Friedrich wieder in die Heimat. In Stadt Wehlen bot sich die
Möglichkeit, als Stellvertreter Krilles zu arbeiten. Und als der ein
Jahr später starb, erhielt Märkel die Kantorstelle zugesprochen .Diese
sichere Position erlaubte ihm, die Tochter des Stadtrichters Uhlemann zu
heiraten. Nach der Geburt einer Tochter starb sie bereits 1819. Märkel
heiratete nicht wieder und wurde zum "alleinerziehenden
Vater".
Der
Schmerz über den Verlust seiner Frau trieb ihn hinaus in die Natur zum
Studium der heimischen Pflanzenwelt. Angeregt durch den Akzisenbeamten
von Tischer aus Schandau wandte er sich der Insektenkunde, der
Entomologie zu. Unermüdlich durchstreifte er Wälder, Wiesen und
Felder, erkletterte Felsen, stieg in Schluchten und ordnete und
beschrieb gewissenhaft seine Funde. Bald galt er als Experte und andere
Wissenschaftler schickten ihm Stücke zur Bestimmung. Märkel
korrespondierte mit den in- und ausländischen Berühmtheiten seines
Fachgebietes und schrieb Beiträge in diversen Fachzeitschriften.
Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt und die sächsischen
Könige Friedrich August und Johann besuchten den Amateurforscher im
alten Kantorhaus. Die größte Ehrung erfuhr der bescheidene Lehrer aus
dem Wehlstädl, als er 1844 zur Versammlung der deutschen Naturforscher
nach Bremen eingeladen wurde. Man behandelte ihn, als ob er zu den
großen Naturforschern gehörte. Mit Genugtuung registrierte er,
dass einer der ersten Zoologen alle, die Fragen hatten, mit der
Bemerkung zu ihm schickte: "Der versteht´s besser als ich!"
Dabei
war Märkel im Hauptberuf Lehrer und als Kantor verantwortlich für die
Kirchenmusik. Hinzu kamen im Alter Sorgen um die Enkel, die er
schließlich zu sich nahm, als sie Waisen geworden waren. Noch im 70.
Lebensjahr stand er vor der Schulklasse. Am 15. März 1860 wurde er im
Unterricht von einem tödlichen Lungenschlag getroffen.
Er
sah scharf, prüfte genau, verglich kritisch, und die Schönheit seiner
Exemplare und die Zuverlässigkeit ihrer Bestimmung sind sprichwörtlich
geworden...", hieß es in einem Nachruf.
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17. Juni 1994:
In ehrendem Gedenken wird der
damaligen Mittelschule Stadt Wehlen
der Name Friedrich Märkel gegeben. |
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