Friedrich Märkel
der "Käferforscher" aus Stadt Wehlen
27.11.1790 -  15.03.1860
Nach dem Artikel  "Hoher Besuch bei Wehlens Kantor" in der SZ v. 6. Dezember 2000,
von Rudolf Hajny.  Quellen: Heimatmuseum Stadt Wehlen und Stadtarchiv Pirna 
 
 
Friedrich Märkel.   Quelle: SZ-Repro
 
 

  Wo vom Wehlener Grund der Weg in den Teufelsgrund abzweigt, erinnert eine Tafel an einem Felsen an den weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Naturforscher Friedrich Märkel, der als bescheidener Kantor in der Stadt Wehlen sein Brot verdiente. Die Gedenktafel wurde "dem gründlichen Erforscher dieser Gegend" in seinem Todesjahr von der naturwissenschaftlichen Gesellschaft "Isis", die seit 1833 in Dresden wirkte, angebracht.
 
Die Schulmeisterei hatte in der Märkel-Familie Tradition. Der Großvater und der Vater waren Kirchschullehrer in Medingen bei Radeburg, wo Friedrich am 27. November 1790 geboren wurde. Bereits 1793 zog die Familie nach Dorf Wehlen. Hier verbrachte der naturverbundene Junge seine Kinderjahre, die sein Verhältnis zur Landschaft der Sächsischen Schweiz geprägt haben. Als 16-jähriger Junge bezog er damals das einzige Lehrerseminar Sachsens in Dresden-Friedrichstadt, dessen erster Direktor der Lohmener Pfarrer Nicolai war. Möglicherweise hatte der dem Lehrer im benachbarten Dorf empfohlen, dem vielseitig begabten Jungen ein solides pädagogisches Studium zu ermöglichen, damals durchaus keine Selbstverständlichkeit für den Lehrerberuf. Den Absolventen des Seminars verschlug es 1811 zunächst nach Tharandt, wo er am Langeschen Erziehungsinstitut vor allem Musik unterrichtete. Die Grundlage dafür war bereits in Wehlen gelegt worden. Kantor Krille aus Stadt Wehlen, ein weithin anerkannter Kirchenmusiker, hatte mit ihm gearbeitet.
 
In Tharandt hatte sich gerade die Forstakademie unter dem berühmten Forstmann Cotta niedergelassen, und der Umgang mit Wissenschaftlern dieser Einrichtung regte Märkel an, sich autodidaktisch mit der Botanik zu beschäftigen.
1816 zog es Friedrich wieder in die Heimat. In Stadt Wehlen bot sich die Möglichkeit, als Stellvertreter Krilles zu arbeiten. Und als der ein Jahr später starb, erhielt Märkel die Kantorstelle zugesprochen .Diese sichere Position erlaubte ihm, die Tochter des Stadtrichters Uhlemann zu heiraten. Nach der Geburt einer Tochter starb sie bereits 1819. Märkel heiratete nicht wieder und wurde zum "alleinerziehenden Vater".
 
Der Schmerz über den Verlust seiner Frau trieb ihn hinaus in die Natur zum Studium der heimischen Pflanzenwelt. Angeregt durch den Akzisenbeamten von Tischer aus Schandau wandte er sich der Insektenkunde, der Entomologie zu. Unermüdlich durchstreifte er Wälder, Wiesen und Felder, erkletterte Felsen, stieg in Schluchten und ordnete und beschrieb gewissenhaft seine Funde. Bald galt er als Experte und andere Wissenschaftler schickten ihm Stücke zur Bestimmung. Märkel korrespondierte mit den in- und ausländischen Berühmtheiten seines Fachgebietes und schrieb Beiträge in diversen  Fachzeitschriften. Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt und die sächsischen Könige Friedrich August und Johann besuchten den Amateurforscher im alten Kantorhaus. Die größte Ehrung erfuhr der bescheidene Lehrer aus dem Wehlstädl, als er 1844 zur Versammlung der deutschen Naturforscher nach Bremen eingeladen wurde. Man behandelte ihn, als ob er zu den großen Naturforschern gehörte. Mit Genugtuung registrierte er, dass einer der ersten Zoologen alle, die Fragen hatten, mit der Bemerkung zu ihm schickte: "Der versteht´s besser als ich!"
 
Dabei war Märkel im Hauptberuf Lehrer und als Kantor verantwortlich für die Kirchenmusik. Hinzu kamen im Alter Sorgen um die Enkel, die er schließlich zu sich nahm, als sie Waisen geworden waren. Noch im 70. Lebensjahr stand er vor der Schulklasse. Am 15. März 1860 wurde er im Unterricht von einem tödlichen Lungenschlag getroffen.
 
Er sah scharf, prüfte genau, verglich kritisch, und die Schönheit seiner Exemplare und die Zuverlässigkeit ihrer Bestimmung sind sprichwörtlich geworden...", hieß es in einem Nachruf.

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17. Juni 1994:
In ehrendem Gedenken wird der damaligen Mittelschule Stadt Wehlen
der Name Friedrich Märkel gegeben.

 
  Fragen, denen wir nachgehen wollen:
--> Gibt es Kenntnisse / Fotos vom Wohnhaus in Dorf Wehlen ?
--> wo ist die Grabstätte ?
--> Bilder und Artikel von der Namensgebung der damaligen Mittelschule ?  (evtl. Con, Ortschronist ?)
 
     

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