Geschichte

Burg Wehlen – Castrum Wylin

Im Jahre 2019 feiert die Burg Wehlen ihr 750 jähriges Jubiläum.

Burg Wehlen

Urkundlich wurde Wehlen erstmals als Castrum (Burg) Wylin, im Dez.1269 erwähnt.

Im Schutze der einst mächtigen Burg, siedelten sich nach und nach Fischer, Steinbrecher und Schiffer an. Wehlen wird dann das erste mal in der 2. Hälfte des 14. Jhd. als Städt‘gen genannt. Zu Beginn des 17. Jhd. begann der langsame Verfall der Burganlage, von der heute außer dem Burgberg und einigen Gewölberesten leider kaum noch etwas zu sehen ist.

Vom Burgberg, der von der Stadt aus über Treppen zu erreichen ist, hat man einen herrlichen Überblick über den Ortskern mit dem Marktplatz bis über die Elbe zum Ortsteil Pötzscha und in Ost – West Richtung von Kurort Rathen bis Obervogelgesang genießen kann.

Die Burgherren wechselten im Verlaufe der Burg Herrschaftszeit ziemlich oft. Auf Grund der Vielzahl der verschiedenen Burgherren, sollen hier nur der erste und letzte Burgherr genannt sein. Als Heinrich der Erlauchte in 2. Ehe die Tochter des böhmischen Königs Wenzel II. heiratete, bekam Sie als Mitgift u.a. die Herrschaft Wehlen geschenkt. Die Herrschaft Wehlen umfasste damals ein riesiges Territorium von insgesamt 24 Ortschaften sowie ein Weinberg bei Kötzschenbroda.

Burgruine Wehlen
Burgruine Wehlen

Wolf von Schönburg, der 1527 die Wehlener Schützengilde gegründet hatte starb 1529 kinderlos. Sein Bruder Ernst der auf Burg Hohnstein saß, musste fortan beide Herrschaften regieren, bis auch er 1534 starb, aber er hinterließ vier unmündige Söhne, deren Vormünder bis März 1543 weiter regierten, bis auf Veranlassung Herzog Moritz, die Herrschaft Wehlen gegen die Herrschaft Penig/Tschillen (daher auch Wechselburg genannt) vertauschte wurde.

Zum Herrschaftsgebiet zählten damals immerhin noch 22 Ortschaften und einiger Zubehör wie Mühlen, Steinbrüche, Wälder e.t.c.. Als die Bauwerke auf dem Burgberg mit dem Laufe der Zeit immer baufälliger wurden, kam es mit der Zeit immer häufiger zu Mauerwerksstürzen, bis der Staats Fiskus energisch einschritt. Er ließ die Ruinen abtragen und 1787/88 eine Schutzmauer errichten. Im Jahr 1806 wurde die Bastion (Trommel) zum Wohnhaus ausgebaut. Zwischen 1806 und 1835 wurden die Wohnhäuser auf/am Burgberg errichtet.

Artikel 725 Jahre Stadt Wehlen 1994

In der Zeit, als der Staats Fiskus der „Burgherr“ war, geschah bis auf mehrere Mauerstürze mit beträchtlichen Schäden, nichts Erwähnenswertes. Im März 1882 erwarb der Gebirgsverein für die Sächs./Böhmische Schweiz das Burgareal. Daraufhin begannen verschiedene Bauaktivitäten wie 1884 das Freilegen von drei Burgkellern, (der Bau der südlichen Treppenanlage erfolgte bereits 1880) und 1887 den Bau des nördlichen Treppenaufganges.

Der letzte große Mauersturz erfolgte im Jahr 1953/54 und 1960, eine Notsicherung wurde umgehend vorgenommen, die umfangreichen Reparaturarbeiten verzögerten sich und wurden erst 1963/64 ausgeführt. Dadurch erhielt die südliche Burgmauer (neuer Treppenaufgang) ihr heutiges aussehen.

Noch eine Bemerkung zum Ortsteil Dorf Wehlen.

Dieser wurde nicht 1445 erstmalig erwähnt, sondern „1378 als Wehlen das Dorf“ und zwar in der gleichen Urkunde, wo Wehlen als Städt‘gen bezeichnet wird.